Kunst & Knackig

#27 - Tiere in der Kunst: Von Affe bis Zebra. Eine Reise durch die Tierwelt.

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In dieser Folge nehmen sich Britta Kadolsky und Saskia Wolf Tiere in der Kunst vor: Als Motive, Begleiter, Symbole und Spiegel von Gefühlen. Tiere tauchen in allen Epochen und Medien auf – als Bronze, Malerei, Fotografie, Street Art sowie als mythologische Figuren und als Popkultur-Motiv. Wir diskutieren darüber, wie Künstler Tiere beobachten, stilisieren, überhöhen oder komplett neu deuten.

Wir starten im Liebighaus in Frankfurt und sprechen über August Gaul. Seine Tierplastiken entfalten bei genauerem Hinsehen eine überraschende Spannung. Er zeigt Adler, Eulen, Panther oder Löwen nicht als reißende Bestien, sondern als ruhige, wache und würdevolle Tiere. Wir reden darüber, dass er täglich im Berliner Zoo war und sich vom akademischen Stil absetzen wollte.

Von August Gaul geht’s zu Albrecht Dürer. Sein Käuzchen, der Feldhase, das Eichhörnchen und das berühmte Nashorn stehen für genaue (Natur-)Beobachtung - oder für den Versuch davon. Denn im Gegensatz zu den anderen Tieren hat er das Nashorn nie gesehen. Wir sprechen über diese Mischung aus Genauigkeit und menschlicher Fantasie, aber auch über die tragische Geschichte eines echten Tieres, das 1515 auf dem Transport starb.

Dann drehen wir den Blick auf religiöse Symbolik: Adler, Löwe, Stier und Mensch als Erkennungszeichen der Evangelisten. Warum taucht der Markuslöwe in Venedig überall auf? Der Sprung in die Moderne führt uns zu Imogen Cunninghams Zebra-Foto von 1920, zu Victor Vasarelys grafischen Zebrastreifen und zu Andy Warhols farbigem Zebra. Wir sind fasziniert davon, wie die Fotografie neue Bildausschnitte möglich machte.

Natürlich geht es auch um unsere Lieblingstiere: Zebra, Elster, Wolf, Katze – und unsere persönlichen Geschichten dahinter. Dazu passt Jeff Koons’ Balloon Dog, diese glänzende, riesige Version eines Kinderballons. Wir sprechen über Oberfläche, Scale, Pop-Ästhetik.

Ein anderes Extrem liefert Damien Hirst: Sein konservierter Tigerhai löst seit den 1990ern heftige Reaktionen aus. Wir sprechen darüber, wie das Werk Tod, Kontrolle und Vergänglichkeit behandelt und erzählen auch die Geschichte, dass der Hai nach ein paar Jahren ersetzt werden musste.

Weiter geht’s mit Franz Marc. Seine gelbe Kuh, seine Pferde, Tiger, Rehe, Katzen und Hunde tragen starke Farben. Tiere stehen bei ihm im Mittelpunkt. Wir kommen zu den Tierdarstellungen in Frida Kahlo’s Selbstporträts: Affen, Hunde und Papageien sitzen dicht bei ihr und spiegeln ihre körperliche und seelische Lage, die aufgrund ihrer Schmerzen besonders tragisch war.

Beide lieben wir es auf Stillleben Tiere zu entdecken. Dort finden wir unter anderem Papageien und Affen – teils als Statussymbol, teils als moralischer Hinweis. So zeigt Pieter Bruegel d.Ä. beispielsweise zwei angekettete Affen. Das Bild bietet viele Lesarten: Freiheit, Gefangenschaft, politische Anspielungen, Alltagssatire. Der Heidelberger Brückenaffe ist hingegen witzig, touristisch und traditionsreich: Wir sprechen über seine wechselvolle Geschichte und die Bedeutung der Berührungsrituale.

Im Anschluss machen einen Abstecher in die Mythologie: Warum verwandelt sich Zeus in einen Stier oder Schwan? Weshalb wird Hera von einem Pfau begleitet? Warum verwandelt Minerva die Arachne in eine Spinne? Auch die Göttin der Liebe, Venus, ist auf Gemälden fast immer von Tieren umgeben und Diana, die Göttin der Jagd, wird von den Tieren des Waldes begleitet. Tiere stehen hier für Macht, Schönheit, Schutz, Eifersucht, List und Strafe.

Fast am Ende taucht der Flamingo von Harald Naegeli auf – als pinke Sprayfigur und als Motiv, das seit der Antike existiert. Wir reden über seine Symbolik und darüber, wie er später in Mode, Design und Popkultur rutscht.

Zum Schluss darf ein Tier nicht fehlen: Das Einhorn. Von mittelalterlicher Reinheit über die Jungfrau-Maria-Symbolik bis zu Wappen, Apotheken und Kinderzimmern. Wir erzählen, wie echte Hörner von Narwalen als Einhornhorn verkauft wurden – mit fatalen Folgen.

Erwähnte Kunstwerke (Reihenfolge der Erwähnung)

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