Kunst & Knackig

#35 - Design für alle? Bauhaus und De Stijl mit Jakob Schwerdtfeger

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In dieser Folge von KUNST & KNACKIG fragen Saskia und Britta: Ein Quadrat, drei Grundfarben, keine Schnörkel - Mondrian oder Bauhaus? Wir sprechen über das Bauhaus und über die De Stijl-Bewegung, die einige Ähnlichkeiten aufweisen, sich aber auch unterscheiden.

Die beiden haben Jakob Schwerdtfeger als Gast eingeladen. Jakob ist Kunsthistoriker und Kunst-Comedian. Er erklärt Kunstgeschichte so, dass man lacht und trotzdem etwas lernt. Die drei haben sich in der Sammlung Würth getroffen und beschlossen eine gemeinsame Podcast-Folge aufzunehmen. Im Gespräch erzählt Jakob, dass sein Uropa Bauhaus-Schüler bei Oskar Schlemmer war. Er war Bildhauer und Jakob teilt mit uns Erinnerungen an seine Skulpturen aus seiner Kindheit.

Saskia, Britta und Jakob sprechen über das Bauhaus und die von Walter Gropius gegründete Schule, die die Kunstakademie und das Kunstgewerbe vereint. Das Bauhaus ist eine Schule, in der die Materialkunde in Werkstätten vermittelt wird und Experimente für die Entwicklung von Objekten an der Tagesordnung sind.

Der Name BAUHAUS sagt es bereits: Als Architekt stellt Gropius das Bauen in den Mittelpunkt. Alle gestalteten Objekte, vom Stuhl bis zur Kaffeekanne, ordnen sich diesem Gedanken unter.

Schockierend für die damalige Sehgewohnheit waren die modernen und cleanen Bauten mit ihren weißen Wänden, der Kubus-Form und den schnörkellosen Fassaden. Ungewöhnlich waren auch die progressiven Ideen des Lehrers Johannes Itten, der vegetarische Ernährung, gemeinsame Atemübungen und Yoga in seine Kurse aufnahm. Im Gegensatz zu Gropius wandte sich Itten sich von der Technik ab. Rauschende Feste und gemeinsames Experimentieren sind weitere Stichworte, die mit dem Bauhaus verbunden sind.

Außerdem vergleichen wir die Kunstbewegung De Stijl rund um Theo van Doesburg und Piet Mondrian mit dem Bauhaus. Beide eint der rechte Winkel und die Reduktion auf die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Jedoch ist die niederländische Künstlervereinigung keine Schule, sondern eine Zeitschrift, die als programmatisches Forum und Manifest dient.

Am Ende der Folge sprechen wir über die Bauhäuslerinnen und darüber, wie sie durch die männlich geprägte Kunstgeschichtsschreibung und das Ego ihrer damaligen Professoren in Vergessenheit gerieten. Das Bauhaus versprach Gleichberechtigung, doch am Webstuhl saßen auffallend viele Frauen und im Metallkurs fast ausschließlich Männer. Lucia Moholy, Lilly Reich, Ise Gropius und Marianne Brandt gehören ins Rampenlicht, wie auch ganz viele weitere Frauen. Auch Jakob thematisiert in seinen Shows gerne die Frauen und macht auf das Thema aufmerksam.

Die Geschichte des Bauhauses streifen wir nur am Rand. Deshalb haben wir sie hier in Stichpunkten für euch zusammengefasst:

  • 1919: Walter Gropius gründet das Staatliche Bauhaus in Weimar.
  • Manifest: Künstler und Handwerker arbeiten zusammen, Schluss mit der Akademie.
  • Vorkurs und Werkstätten bilden das Herzstück der Ausbildung.
  • 1921: Theo van Doesburg bringt De Stijl nach Weimar, das Bauhaus wechselt von "Kunst und Handwerk" zu "Kunst und Technik".
  • 1923: erste große Ausstellung, dazu das Haus am Horn als erstes Bauhaus-Haus.
  • 1925: Thüringen kürzt die Mittel, das Bauhaus zieht nach Dessau.
  • 1928: Gropius tritt zurück, Hannes Meyer richtet die Schule auf die Arbeiterklasse aus und wird 1930 wegen seines Bekenntnisses zum Marxismus entlassen.
  • 1930: Mies van der Rohe übernimmt und verbannt die Politik aus dem Unterricht.
  • 1932/33: Die Schule muss Dessau verlassen, löst sich als Privatschule in Berlin unter dem Druck der Nationalsozialisten auf.
  • Danach: Fast alle prominenten Bauhäusler emigrieren, ihre Ideen reichen bis Chicago, Tel Aviv und Brasilien.

Besprochene Werke

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Jakob Schwerdtfeger auf Instagram: @jakob.schwerdtfeger

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